Wo kommen diese Frauen her? 

Wie ein knorriger Ast beugt sie sich über mein Papier um mir die Leviten zu lesen. Sie ächzt und schimpft unter dem Gewicht ihres viel zu schweren, alten Körpers. Ich lehne an ihrem wundervollen Stamm und bekomme die Energie all ihrer Sommer und Winter zu spüren. Und trotzdem darf ich bei ihr meinen eigenen Weg finden, meine eigenen Äste wachsen lassen. Es ist ausdrücklich erwünscht, mich den Stürmen meines Lebens zu stellen. Unter dem Dach Ihrer Krone haben sich Bilder, Gedanken und Wünsche gesammelt und ich lege meine dazu. Und gerade dann wenn eine meiner Ahninnen ihre Röcke rafft um sich in meinem Kopf ein Tanz-Duell mit unseren Schwestern zu bieten, sind wir weit entfernt von dem schwachen Geschlecht. Es gluckst und gurgelt die dunkle Stimme aus dem moorigen Boden, in dem unsere starken Wurzeln abtauchen, in das Reich der duftenden Erde. Hier sitze ich ganz nah an der aufgebrochenen Rinde, bei den verwitterten Gesprächen und den gefallenen Träumen. Pilze die nur Emporkömmlinge sind von dem was im Erdreich verborgen liegt versuchen sich ebenfalls einen Platz zu unseren Füßen zu sichern. Genau hier kommen wir her. 

Ein Morgenmuffel macht noch keinen Kaffee…

Es ist kalt in meinem Zimmer und ich mag mein Bett nicht verlassen. Doch beide Hunde sitzen schon davor und wollen raus. Jeden Morgen schenken sie mir diese glückliche und überschwängliche Begrüßung. Also bahne ich mir meinen Weg und suche die Kleidung zusammen für den Gassi Gang. Wir drängeln uns die Treppe runter und die beiden hüpfen immer noch ganz unbeirrt… es geht raus! Die Mütze tief ins Gesicht gezogen das Tuch um den Hals geschlungen und mein Arm samt Leine bis zum Anschlag auf Spannung. Die kleine kommt wie immer hinterher getrottet, sie macht ihr eigenes Ding. Mädchen halt, denke ich und versuche noch schnell meinem Nachbarn aus dem Weg zu gehen. Jetzt bloß nicht sprechen müssen, meine morgendliche Energie reicht vielleicht gerade für ein Kopfnicken.

Auf der Wiese angekommen, versuche ich meine Gedanken zu ordnen und den Traum der letzten Nacht etwas zu sortieren. Hier könnte ich jetzt den Rest Tages bleiben, immer weiter laufen, die Sonne bei ihrem Aufgang empfangen, die kühle Luft im Gesicht vertreibt sachte die mäkligen Gedanken und ich habe ich das Gefühl in meinem „Jetzt“ zu sein.

Schon auf dem Rückweg fällt mir auf, wie ich wieder in den Alltag trotte, so als würde ich in einen Bahnhof einlaufen um dann meinen Platz einzunehmen. Beim Einsammeln der Hunde kreisen die Gedanken schon um Pläne und Aufgaben des laufenden Tages. Während mein imaginärer Zug sich in Bewegung setzt, bin ich mir fast immer einen Schritt voraus.

Heute lege ich mir ein gutes Gefühl zu den Hundeleckerlies in die Manteltasche. Keine Versuche mehr mich in Formen zu pressen, bei denen ich verdreht und gewunden am Boden vor meinen eigenen Füßen liege. Keinen Startplatz einnehmen um dann auf Schienen den vorgegebenen Weg zu nehmen.

Nicht der Weg auch nicht mein Haus muss sich verändern. Meine Sicht und meine Einstellung sind es die mir den Blick auf dieses Leben frei machen. Ich entscheide an jedem Morgen wie ich zurückkomme  zu mir.

 

Diese Leben ist mein wundervolles Geschenk an mich. Und jetzt hätte ich gerne einen Kaffee.

Sind es des Bären Träume?

Der Frühling naht. Wie ein Bär in seiner Höhle, drehe ich mich schlaftrunken von der einen auf die andere Seite. Dabei zieht mir der Duft von Mutter Erde, wie sie sich langsam auf die Geburt vorbereitet, in die Nase.

 

Sind es des Bären Träume? Wut und Rachegedanken sind in meinen Zellen abgelegt. So oder so, hätte ich es vielleicht mancherorts in meiner Hilflosigkeit machen wollen. Geplant und wieder verworfen. In Emotionen verwickelt, die Gedanken wie Tücher um meine Beine geschnürt um nicht weiter gehen zu können. Um nicht abrücken zu müssen von der Rache-lust. Auch damit der Schmerz nicht vergehen kann im Herzen oder sonst wo. Damit dieser Druck, den ein anderer Mensch mir scheinbar auferlegt hat, nicht vergessen werden kann. Schon lange verdrängt aus dem Alltag, lagern sie in meinem Keller. Ordentlich sortiert nach Personen und Anlässen liegen sie dort, manche in Kartons, andere offen im Regal. Nicht dass ich sie noch bräuchte, ich habe sie schon etliche Male hinauswerfen wollen, habe sie vor die Tür zum Abholen bereitgestellt. War sogar dabei, wenn sie im ritualen Gedanken davonfuhren. Und doch, heute Nacht kommen sie im Gewand des heimtückischen Mörders. Sie meucheln meine große Liebe und wollen auch mich nicht davon kommen lassen. Verzweiflung, Angst und Ohnmacht machen sich breit wie aufsteigender Nebel über einem Feld im Herbst. Mit dem Rücken an der Wand versuche ich ihnen ins Gesicht zu blicken, will sehen wer mir diesen Schmerz bereitet. Will registrieren, an wem ich dies zurückgeben kann, wenn wohl auch erst im nächsten Leben. Undeutlich erkenne ich sie, die Gesichtszüge starr und eingeschliffen wie in Eichenholz. Die Mundwinkel nach unten gezogen, die Augen wie Schlitze. Ich kann fühlen wie deren Atem stockt. Ohne Leben nur einem Auftrag folgend kommen sie näher. Alles um mich herum brennt. Flammen züngeln und nehmen ihre Leiber mit, die aufsteigen um sich gleich wieder in diesem Meer aus roter und grüner Hitze, zu erheben. Es sind meine Gedanken, meine Ängste und auch meine Wut, die sich einen Weg geschaffen haben um in den Turm zu gelangen. Genau in diesem Moment sind sie dort in meinem Kopf, dort wo ich ihr wahres Gesicht erkennen darf. Mit ganzer Kraft haben sie mir den Schlüssel gebracht um endlich gehen zu können. Und ob es mir nun passt oder nicht, ob ich den Schlüssel nutzen möchte oder noch einmal eine Epoche warten will, es ist meine Entscheidung. Dieser Schlüssel besteht aus Vergebung. Seine Energie ist weich und fließend, er formiert sich in jedem Moment neu, glitzert wie Seide und hat doch die Kraft den Zylinder im Schloss zu bewegen.

 

Ich sinke in mich zusammen, nehme mit zitternden Händen ihr Geschenk. Schnell versuche ich noch einen Blick auf meinen Liebsten zu werfen, den sie mir doch gerade noch mit Gewalt genommen haben. Zweifel wollen sich ins Bild mischen, wollen mich vom Gegenteil überzeugen. Wie die Wollmäuse aus meinem Keller, hier mit Leben gefüllt, scheinen sie zu quieken: Nehme den Schlüssel nicht! Wer soll denn Rache nehmen können, wer soll vergelten was sie dir angetan haben in all den Jahren? Es ist vorbei, die Geschichte ist geschrieben. Gestern wird immer und für alle Ewigkeit gestern bleiben und zwar genau so wie es geschehen ist. Wenn ich heute diesen Schlüssel nutze, dann werde ich die dazugehörenden Gedanken entlassen können. Sie werden in Lichtgeschwindigkeit zu ihren Wurzeln zurückschnellen. Dort können sie sich auflösen oder verwandeln, dort können sie in die Energie gehen, aus der sie entsprungen sind. Sie brauchen in keinem Körper zu gären oder eine andere Form anzunehmen, um zu ihrem Ursprung zu gelangen.

 

Ich gehe in den Garten und schaue hinauf in die Unendlichkeit. Ich bin so klein und doch besitze ich all die Informationen in mir die auch dieses riesig scheinende Universum verinnerlicht. Werde ich für meinen Teil vergeben und loslassen, kann das auch irgendwo dort draußen passieren. Heute und für genau diesen Moment entscheide ich mich für diesen Schlüssel. Ganz leicht lässt er sich im Schloss drehen, die Klinke springt hinauf als sei sie voller Erwartung ob des Moments der mein Leben in einem Licht erscheinen lassen wird, dass wohl unbedingt dem Frühling gleicht. Wie gute Freunde kann ich nun die Gedanken und Muster verabschieden, den einen mit einem Händedruck, den Anderen mit einer Umarmung.

 

 

Ich bin ein göttlicher Funken!

Ich bin ein göttlicher Funken! 

 

Ich bin das Licht und es fließt durch meinen Körper… und dann klingelt es an der Tür. Ich werde aus dem Bett geschmissen wegen eines Malerwerkzeugs. Als nächstes gehe ich mit den Hunden aus der Gartenpforte und diese Frau, die neuerdings unsere Runde kreuzt, steht mit ihrem Hund mit einem mal vor uns. Außerdem muss ich dringendst Pipi.

 

Ich bin der göttliche Funken! Alles geht in seine göttliche Ordnung und wird/ist heil.

 

Fängt so ein glücklicher Tag an? Warum nicht.

 

Der Tag beginnt jetzt generell etwas später für mich und ich habe auch schon eine Reiki Behandlung an mir vollzogen. Der Job liegt auf Eis. Ich fühle mich nicht wirklich gut damit. Ich habe wohl erwartet, dass jetzt alles gut ist, sich alles gut anfühlt. Und nun bin ich verwirrt und unzufrieden. Die „Arbeit“ beginnt doch jetzt erst. Wobei es wirklich keine Arbeit im herkömmlichen Sinn ist. Aber ich stehe am Abgrund und weiß nicht wohin.

 

Mein lieber Vater, ich stand schon lange nicht mehr vor deiner Tür. Ich bemerke auch ein wenig Unwohlsein, was mir sagt, dass mein Kopf arbeitet und mein Herz Raum verstellt zu sein scheint. Ich will machen, schaffen, bringen… JETZT! Warum willst du das? Ich fühle mich wie eine andere Person, die mir außerdem nicht gefällt. Ich habe Vorurteile. OK? Ist die Person wichtig? Nein, sie erinnert mich an meine Kindheit, so wollte ich nie sein oder werden. Bist du diese Person? Nein. Dann ist doch alles gut. Dein Verstand ist ordentlich durcheinander und spielt dir nun ein paar Streiche. Sei dir nicht übel, es dauert ein wenig bis du deine neue Position eingenommen hast. Was ist das für eine Position? Die, die du dir ausgewählt hast um weiter zu gehen, um dich zu vervollständigen. Und warum fällt mir das so schwer? Weil du noch keinen Plan hast. Kann ich mir einen Plan erstellen? Ja sicher kannst du das.

 

Im Moment geht es mir nicht gut, mir ist wie schwindelig. Ich bemerke also die Veränderung. Gut und weiter… Ich stehe an dem besagten Abgrund. Natürlich kann ich nicht einfach weitergehen, mein Hirn sagt „Abgrund“! Genau. Zurück kann ich auch nicht, will ich auch nicht. Ich stehe da also und mir ist unwohl. Was soll ich jetzt tun? Schau dich um, schau dir diese Weite an und schau auf das vor dir liegende Tal. Hier ist es schön. Ja sicher, wenn ich die Furcht beiseite schieben kann, ist es hier schön. Was hat die Furcht dir denn zu bieten, dass du sie nicht gehen lassen willst? Puh, was soll die mir bieten? Das war die Frage. Sie bietet mir Halt, ich kann mich an ihr festhalten, wie an einen in den Fels geschlagenen Haken. Ja, du verbindest dich mit ihr an die alte Situation, in den alten Fels. Aber da du schon auf deinem Weg bist, wackelt sie natürlich ordentlich und du fühlst als drohst du hinunter zu fallen. Richtig! Dann lass sie einfach los und konzentriere dich auf dein neues Umfeld. OK, ich schaue also in die Ferne, ich stehe dort mit sicherem Halt … und was wenn eine Böe kommt? Dann lässt du dich gehen oder fallen, du passt dich der neuen Situation an und schwebst in dein Leben. Wow, was für eine Vorstellung. Ja sicher. Sag mir doch mal was du alles so in der Ferne erblicken kannst. Hmm, erst einmal nichts, ich sehe Baumwipfel und Nebel ohne Ende. Wenn ich hinunter sehe, ist dort schroffer Felsen. Ich sehe die Sonne am Horizont und ein paar Vögel. Gut, dann setz dich ruhig für einen Moment. Du musst nichts übereilen, hier wirst du auf jedem Fall weiterkommen. Genieße diese Stille, das ist doch etwas was du jetzt dringend benötigst. Ruhe und Abgeschiedenheit, um zu dir kommen zu können. Oh ja, du hast Recht. Verbinde dich mit dir, verbinde dich mit deinem Geist und deiner Seele. Frage was du willst, wo deine Heimat ist und höre zu wenn du dir antwortest.  Mir schweben viele Gedanken durch den Kopf, will ich wirklich bestimmte Dinge tun, will ich nicht viel lieber losgehen und einfach leben ohne einen Plan ohne Vorgaben? Lass uns doch einmal einige deiner Sorgen in den Abgrund werfen, was hältst du davon? Welche Sorgen meinst du? Na, was hast du denn so dabei? Wenn ich mich hier umsehe, stehen tatsächlich einige Taschen oder zusammen geschnürte Pakete neben mir.

 

Der Abgrund liegt direkt vor dir, dein „Schiff“ ist noch nicht in Sicht, und neben dir stehen verschnürte Mitbringsel, die auf keinem Fall in dein „neues Leben“ mit kommen müssen. Lass uns doch einmal eines davon öffnen. Oh man, da verlangst du aber etwas von mir. Ich weiß. Gut, ich greife einfach hinter mich. Was will ich mitschleppen? Mir fällt auf, dass mein Kopf in den Vordergrund will. Ich will mit Verstand erklären, dass da gar nichts ist. OK, wir wissen es besser. Ich will wohl auf jedem Fall Verstand mitnehmen. Ja, das ist aber zu gegebener Zeit auch sehr gut. Ha, Schmerz will ich auch mitnehmen, Schmerz, damit ich an meine Unzulänglichkeit erinnert werde. Auf der körperlichen Ebene zeige ich mir dann an, dass ich nicht „richtig“ bin. Nicht heil. Rücken- und Kopfschmerz, Nagelpilz, Falten, die tun zwar an sich nicht weh, aber wenn ich in den Spiegel sehe, dann schmerzt es mich schon. Ok, du hast da ja ordentlich etwas für deinen Körper im Gepäck. Ja das habe ich wohl. Brauchst du es? Nein überhaupt nicht. Dann werfe es runter! Einfach so? Werde ich dann keine Schmerzen mehr haben? Ne, außer du kreierst dir neue. Auch mein sich fest gebissener Nagelpilz wird verschwunden sein? Ja, wenn du ihn mit in den Abgrund stößt, dann ist er weg. Oder brauchst du ihn noch? Nein, ich habe bis heute nicht erfahren wofür ich ihn hatte, oder worauf er mich hingewiesen hat. Nagelpilz auf den großen Zehen: steht für sich selbst, also das große Ganze, nicht gut heißen. Ein Pilz entsteht bei Feuchtigkeit und nicht genügend Luft oder Sauerstoff. Den hast du dir über den Körper gestülpt. Um nicht weiter zu wachsen um nicht größer und wundervoller werden zu müssen. Ich wollte mich klein halten? Ich muss lachen meine Liebe. Du sagst ich „wollte“? Ja, ich habe verstanden, ich will mich wohl immer noch klein halten. Genau, und das bedeutet, du schaust gleich mal nach wo dieses „Klein halten“ versteckt ist. Haa, wie erkenne ich es? Klein halten hat was mit meckern zu tun, mit Unterdrückung mit Zurückhaltung von Informationen. Ok, ich möchte gerade weglaufen… Bleib hier, wir schauen gemeinsam. Klein halten bedeutet ja nicht, dass du kleinwüchsig bist. Klein halten bedeutet in deinem Fall, dass du nicht aus dir heraus kannst, dich nicht traust, dir nicht traust. Klein halten besagt auch kleines Mädchen. Besagt Mutterrolle. Inneres Kind. Was könnte in dieser Richtung ruhig in den Abgrund gleiten? Das Gefühl von Minderwertigkeit. Da wären wir sogar beim „groß denken“. Genau, lass uns nach Minderwertigkeit suchen. Lass uns schauen ob es da irgendwo versteckt liegt. Bestimmt ist es dort. Ich bin ja auch nicht großartig. Ich bin hierher geschummelt. Wenn einige Menschen nicht wären, dann würde ich vielleicht in einer Hütte wohnen und hätte bestimmt keinen Luxus. Das sagen sie dir und du glaubst ihnen tatsächlich? Naja, es könnte sein. Ja, es könnte auch sein, dass ich der Kaiser von China bin. J du hast Recht, ich habe mich gerade im Mitleid gesuhlt. Richtig. Also, das Minderwertigkeitsgefühl bekommt jetzt eine Extra Einladung und darf für sich ganz alleine hinunter fliegen, es gleitet in den Abgrund und wir schauen ihm dabei zu und singen ihm ein Abschiedslied. OK…? Wir wollen doch, dass es sich beim Abschied wohl fühlt und es nicht auf die Idee kommt, abzubiegen um wieder aufzusteigen. Und deshalb singen wir? Ja, es kann doch nicht schaden. OK, tschüss du großes Minderwertigkeitsgefühl, tschüss und gute Reise. Habe noch ein schönes Leben da unten auf dem Grund des Tales, wir werden uns jetzt nie mehr in den Armen halten und das ist gar nicht schade. Minderwertigkeit: gering, wenig, Wertlos. Was für ein Schmarrn, dabei seid ihr so unsagbar großartig, ihr seid mein Abbild. Ich weiß, aber irgendwie scheint dieses Wissen hier auf der Erde immer wieder absorbiert zu werden. Sobald man etwas von seiner Großartigkeit preisgibt, fallen die Menschen über einen her wie Hyänen. Ohne den Hyänen zu nahe kommen zu wollen. Es ist uns eingetrichtert, nicht göttlich sein zu dürfen. Vielleicht weil einige wenige dieses Privileg für sich beanspruchen und es so sehr in die Welt hinaus gerufen haben, das jeder der einen „Göttlichen Menschen“ entdeckt, diesen sofort anzuzeigen und zu diffamieren hat. Ansonsten steckt dieser mit  Denjenigen unter einer Decke und wird mit ans Kreuz genagelt. So isses wohl…

 

 

Eine Seelengeschichte...

Sie ist Anfang 50, eine gepflegte schlanke Frau. Die Haare bewusst in einem leicht kühlen Grau, kurz und hinter die Ohren geklemmt. In ihren Augen sieht man es manchmal aufblitzen, sie spielt damit, kokettiert praktisch mit dem bösen Anteil in ihr. Wobei ich nicht glaube, dass sie es wirklich unter Kontrolle hat. Sie scheint zu fragen, was ist wenn es mich holt, das Böse? Überhaupt, was passiert da mit mir, ich habe das Gefühl, da ist etwas, wie ein Schatten in mir selbst. Aber wem soll ich davon erzählen wenn ich nicht in eine Anstalt gesperrt werden will? Die Odyssee des Suchen begann vor etlichen Jahren, ich lief von Arzt zu Arzt und von Therapeuten zu Psychiatern, jeder von ihnen fand etwas Eigenes. Mir scheint es, als hüten sie ihren Schatz die Krankheit und vergeben dafür Namen, am liebsten natürlich ihren eigenen. Irgendwann, dann wenn ihnen auffällt, dass ich nicht darauf anspringe, dann erklären sie mit wissendem Blick, dass es da einfach nichts mehr zu machen gibt und ich wohl mit diesem Wahnsinn(s) Gefühl weiter leben muss. Mir kann man nicht helfen, das liegt an mir, ich bin unnormal. Aber die Angst im Nacken lässt mich weiter suchen; ich will dass es aufhört. Mittlerweile erkläre ich, dass es an mir liegt, ich weiß, dass da etwas Böses an mir ist, ich kann alle Prognosen und erkannte Krankheitsbilder aufzählen und das mache ich auch. Selbst die unkonventionellen Heiler und die selbsternannten Gurus konnten mir den Weg nach Hause nicht zeigen. Ich weiß nun was ich bin… aber es tut immer noch weh.

 

Heute nun sitzt sie mir gegenüber. Eigentlich kommt sie wegen der Liebe, ein wenig verschämt erzählt sie, dass er nicht wirklich Kontakt zu ihr will und immer wenn sie ein Treffen organisiert haben, bläst er in letzter Sekunde alles ab. Er ist ein Mann aus gehobenen Kreisen, er hat einige Firmen sagt sie. Aber komisch käme ihr manchmal die Sache schon vor.

Nachdem wir ein wenig in seine Karten gesehen und ihn befragt haben, fällt ihr wieder ein, wie wenig gut er doch eigentlich für sie ist. Eine Einsicht, die (noch) nicht zur Änderung des Beziehungsstatus führen wird. Wobei, sie sich als Single bezeichnet und sein Status ist immer noch verheiratet. Er hält sie klein und sie ist ihm dankbar dafür.

 

Langsam taste ich mich an ihre Geschichte heran und schnell zeigt sich, da ist noch jemand im Raum. Ein Jemand nicht aus diesem Leben aber zu dieser Frau gehörend. Dieser Jemand  hat bemerkt, dass ich ihn bemerkt habe, jedoch statt einem Gesicht zu diesem Gefühl, zeigt sich mir ein Gemäuer. Ein Turm, nicht hoch, es sieht eher aus wie ein Silo. Auf dem Boden liegt Stroh unregelmäßig verteilt, ein Mädchen hockt an die Mauer gelehnt. Ein eisernes Gitter trennt den Raum von der hölzernen Eingangstür. Resigniert schaut sie hoch zu dem Mann der jetzt ebenfalls den Turm betritt. Sie streicht ihr violettes Kleid glatt und versucht sich noch weiter an die Wand zu pressen. Mir ist nicht klar, wer von Beiden jetzt hier bei uns ist, deshalb bitte ich meine Klientin, zu mir in meine Vision, sie soll mir sagen, ob sie sich oder etwas hier, erkennen kann. Sie kennt den Namen des Mädchens, passend zur Farbe des Kleides, heißt sie Violetta. Ich bemerke ihre Scheu, und sie fürchtet sich ähnlich dem Mädchen im Gemäuer vor dieser Situation. Deshalb möchte ich, dass sie diesem Mann sagt, dass sie dort raus will. Zu meiner eigenen Überraschung verlangt er von ihr nur ein „Bitte“, sag bitte und ich lasse dich hinaus. Ja, sage ich, bitten sie ihn. Er schließt ihr die Pforte auf und lässt sie tatsächlich gehen. Aber es ist kein versöhnliches Gehen lassen, er ist sich sicher, dass sie nicht weglaufen wird. Denn sie ist seine Frau. Er selbst hat sie dort eingesperrt, das war sogar sein gutes Recht zu dieser Zeit.

 

(Der Mann war der Hausherr, er verwaltete auch das Vermögen, das die Frau mit in die Ehe gebracht hatte. Die „Muntgewalt“ des Ehemannes verlieh ihm ein Züchtigungsrecht seiner Ehefrau und seinen Kindern gegenüber und verpflichtete diese zum Gehorsam.)

 

Aber warum beschäftigt es sie heute wenn es doch der damalige Alltag war? Sie läuft zügig den kleinen Abhang hinunter ohne sich umzudrehen, ihr ist klar, dass er dort oben stehen bleibt und sie beobachtet. Leise weinend setzt sie sich an den Bach, der zum Gehöft gehört, sie wäscht ihr Gesicht und den schmutzigen Rest ihres schmalen Körpers. Ich sehe diese Bilder und frage mich, warum kommt sie heute zu mir und erlaubt mir ihre Geschichte zu sehen. Dieses Leben ist schnell von ihr erzählt, sie sagt: ihre Mutter habe sie damals mit hierher gebracht. Der Gutsherr hatte sie zur Frau genommen, sie sei dann mit samt ihrer fünfjährigen Tochter zu ihm auf das Gehöft gezogen. Sein Weib war damals praktisch ein Schnäppchen. Jung, hübsch, zwar eine Sünderin aber aus gutem Haus. Wäre die damals sehr junge Maid nicht schwanger geworden von diesem Barden, der ihr den Hof gemacht hatte und dann plötzlich mitten in der Nacht verschwand, oder hätte sie die Schwangerschaft wenigstens früh genug bemerkt um zu einer Kräuterfrau gehen zu können, dann wäre alles anders gekommen. Ihr Vater hätte sie mit ihrer Mitgift nicht an diesen „Bauern“ verhökert.

 

Nach nur wenigen Jahren ist die junge Frau dann an Kindbettfieber gestorben. Sieben Bälger hat sie ihm geboren, davon haben drei es geschafft zu überleben. Eine Schwester und zwei kleine magere Brüder sind ihr geblieben. Außerdem hatte sie ein paar Kleider, der so jung verstorbenen Mutter, behalten dürfen. Kleider, die so wunderschön waren wie ihre Mutter, die noch nach ihr dufteten wenn sie, sie ganz dicht an ihr Gesicht drückte.

 

Gerade heute darf sie eines davon tragen. Eigentlich hätte sie mit auf das Fest gedurft, dorthin wo die Musiker und Gaukler aufgetreten sind. Sie hatte die ganz leise Hoffnung dort vielleicht auf ihren Vater zu treffen. Den Mann, von dem die Mutter damals erzählte, wenn sie mit Violetta zum Markt gelaufen ist um die gebrannten Krüge dort feil zu bieten. Sie hatte geschwärmt und so ein Lächeln im Gesicht, dass das Mädchen nur annehmen konnte, wenn sie eines Tages vielleicht auf ihren Vater treffen würde, dass dann alles gut sei. Aber es war dann an diesem Tag nicht alles gut. Der Grund für den Weg ins Dorf war, nicht das Fest, sondern ihre Hochzeit mit ihrem bis dato Stiefvater. Der Pfaffe, ein alter  Freund vom eben genannten, hatte ihn auf die Idee gebracht, sie entweder ins nahe gelegene Kloster zu bringen, oder er solle sie einfach zu seinem Weib nehmen. Denn sie waren ja nicht miteinander verwandt und niemand würde etwas dagegen sagen können. Außerdem war es damals gang und gebe, das Mädchen sehr jung verheiratet wurden.

 

Das war also der Grund für ihren Aufenthalt im Turm. Er hat sich genommen was das Seinige war. Da half kein Bitten und kein Flehen und schon gar kein zur Wehr setzen. Ganz normale Regeln in einem ganz normalen Alltag zu dieser Zeit.

 

Jetzt sitzt sie dort am Bach, geschändet von diesem groben alten Mann. Sie könnte sich ertränken aber dazu fehlt ihr der Mut und außerdem was wird dann aus ihren Geschwistern. Die kleinen Plagegeister werden ohne ihren Beistand den nächsten Winter nicht überstehen. Und an wem sollte sie sich denn nun wenden, wo die Mutter nicht mehr da ist, niemand wird ihr helfen wollen, warum auch, sie hat doch alles was sie brauch. Das Problem ist ihr Kopf, sie ist für dieses Leben nicht dumm genug. Die Mutter hat ihr das Lesen aus der heiligen Schrift beigebracht und auch das zusammen zählen von Zahlen fällt ihr leicht. Im Kloster wäre sie so viel besser aufgehoben… immer wieder landet sie in dem Gemäuer, mal mit und mal ohne dickem Bauch. Im damals so intelligenten Kopf, ist es nun ganz dumpf und verwirrt, sie hatte sich geschworen, niemals gehorsam zu sein. Niemals freiwillig zu diesem Mann zu gehen. Sie hat diese Gedanken mitgenommen, immer wieder in jedes neue Leben.

 

Auch heute in diesem Leben, werden die Gegebenheiten simuliert. Ein Mann, der mächtig in der Gesellschaft scheint, muss her. Es muss ein Mann sein, der sie behandelt als sei sie sein Besitz. Jemand der ihr das Gefühl von Unmündigkeit gibt, der sie beherrscht. Erst jetzt beginnt die eigentliche Aufgabe, nämlich, dass sie selbstbestimmt leben will. Das sie aufsteht und nein zu dem sagt was sie über viele Leben hinweg gedemütigt hat. Dazu gehört unbedingt ihr freier Wille, sie muss wollen dass sie nicht seine Sklavin ist, Und um das erkennen zu können, muss sie vorher seine Sklavin gewesen sein. Wer allerdings wirklich untergeben sein möchte findet in dieser Rolle, Sicherheit und Ruhe aber darum geht es hier in diesem Fall nicht. Vielleicht bleibt sie auch in den Symptomen stecken und glaubt es sei ihre Aufgabe diese masochistische Frau sein zu wollen. Damit wird für sie aber nicht geklärt werden, warum immer noch dieses Gefühl von Hass in ihr steckt.

 

Dieses Aufstehen im Jetzt und Hier, wird nicht weniger schmerzvoll sein als das Aufstehen, zu der Zeit, als sie sich geschworen hat, sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie kann also nicht erwarten, dass sie mal eben so, aus dieser Situation herausgeht. Aber die heutigen äußeren Umstände werden ihr helfen können, ihre heutige Position in der Gesellschaft wird sie unterstützen können und besonders ihr freier Wille. Zu sich selbst stehen zu wollen, wird sie unterstützen können. Es geht nicht darum sich von irgendwem bestätigen zu lassen, dass man verrückt ist. Unsere „Krankheit“ braucht nicht unbedingt einen Namen. Es ist nicht unser Kind, das wir bis an unser Lebensende behüten wollen. Wenn jemand aber noch nicht so weit ist, über sich selbst verfügen zu wollen, dann wird er oder sie eben Wege gehen, die noch nicht direkt darauf hinweisen, dass wir die Verantwortung für dieses Erdendasein übernehmen dürfen. Wenn diese Frau auch nach tausend Umwegen, bereit ist ihren Weg gehen zu wollen, dann wird sie wieder heil.

 

Vergebung für das kleine Mädchen, das nicht gestorben ist vor lauter Pein, für die Mutter, die sie verlassen hat, für den Mann, der sich das genommen hat, von dem er glaubte dass es ihm zu stünde. Wenn wir wieder zurück sind (bei den Engeln, bei Gott usw.?) dann gibt es keine Feinde mehr, dann sind es Unterstützer auf unserem Weg. Um ganz zu werden ist es von Nöten, dass wir hier so groß und auch gleichzeitig so klein werden, dass wir verstehen. Das wir alles in einem sind und gleichzeitig ein Teil von allem sind.

 

 

Der Schatten des Bösen… ein Schatten unseres Hasses?

Es ist es an mir ob ich mir Gutes sage und tue. Ich habe die freie Wahl und jeder von euch würde mich für verrückt halten, wenn ich schon die Wahl habe, mich dann als hässlich, klein und negativ zu bezeichnen. Obwohl wir (fast) alle genau das täglich so mit uns machen.

 

Mich interessiert, warum wir das so machen. Wenn wir eine von unseren Lebens-Türen öffnen und in den dahinterliegenden Raum schauen und dann zu erkennen glauben, dass das was dort vor sich geht, unser Leben sei, dann irren wir uns zumeist. Dort ist zu sehen was wir erlauben, dass zu sehen sein darf.

 

Erst wenn wir den Raum auch betreten, wir uns setzen und beschnuppern was dort in der Luft liegt, wir alles anfassen und all unsere Sinne benutzen um wirklich zu erfahren wo wir uns in diesem Moment aufhalten, erst dann bekommen wir eine leise Ahnung wer wir sind. Aber das Leben ist schnell und manchmal haben wir eben nicht die Zeit genauer hinzusehen (denken wir, wenn wir es besser wüssten, würden wir mit unserer Zeit sinnvoller umgehen). Wir hetzen dann durch die Wochen, Monate und Jahre. Wir bilden uns aus, gründen eine Familie oder auch nicht, wir halten die Regeln der Gesellschaft ein, fügen uns oder auch nicht. Wir kämpfen um den Platz in der ersten Reihe oder pfeifen ganz bewusst darauf, bis… ja bis wir bemerken, dass wir uns mehr Zeit hätten nehmen dürfen. Dass es keinen Sinn macht zu hetzen. Aber es ist noch nicht zu spät, denn wir sind ja noch hier. Wir sind hier um unser Leben zu gestalten und diesen Plan können wir tatsächlich bis zum letzten Tag auf dieser Erde erfüllen. Vielleicht denkst du, dass es bei dir anders ist, du bist glücklich und dein Körper ist schmerzfrei. Du gehst deinen Weg und kannst dich dabei wahrnehmen. Dann sage ich -herzlichen Glückwunsch-. Aber für all die Anderen schreibe ich jetzt hier weiter.

 

Ich möchte zurück in diesen Raum gehen, mich mit dir an deinen Tisch setzen wenn du erlaubst. Um mit dir die Hintergründe für diesen Moment deines Lebens zu erfahren.

 

Wir können Ausschau halten nach den Gründen für ein derzeitiges Verhalten oder nach Ansätzen für den Schmerz, nach dem Keim für eine Krankheit. Denn leider suchen wir oft am falschen Ort, wir suchen in der Sache selbst, in der Krankheit und im Schmerz. Wir versuchen zu erkennen warum uns der Bauch weh tut, was wir „falsches“ gegessen haben könnten und dann machen wir den Schmerz mit einer Tablette wieder weg, solange das funktioniert. Wenn es nicht mehr zu reparieren geht dann haben wir offensichtlich eine chronische Geschichte am Hals. Alles dreht sich um die Krankheit und wir kommen nicht so leicht darauf, mal zu schauen, an was wollte uns dieser anfängliche Schmerz erinnern, worauf hat er uns hinweisen wollen. Ein Beispiel von vielen: „Ein Mensch hat einem anderen Menschen sehr wehgetan, er hat vielleicht sogar dessen kleine Kinderseele fast getötet. Heute ist der kleine Mensch erwachsen. Was wäre, wenn du an die Stelle des kleinen Menschen treten würdest? Wenn du dir im Laufe deines Daseins, Schutzmechanismen angeeignet hättest? Verkrüppelungen zu den Narben von damals dazu gefügt hättest, eine schiefe Haltung, weil es schon immer sicherer war sich zu ducken. Vielleicht ist da heute diese Migräne, die dich an den fürchterlichen Schmerz von damals erinnern soll. Oder dein Rücken sagt dir an einer bestimmten Stelle, ich ertrage mich, mein Leben nicht mehr (ich kann diesen alten Schmerz nicht mehr ertragen). Oder, oder, oder… Wir kümmern uns um Migräne und Rücken. Wir nehmen Medikament die uns die Sinne rauben, wobei wir genau die doch so dringend bräuchten für unsere Heilarbeit. Wir lassen uns Teile unseres Körpers abschneiden, Nägel und Schrauben in uns hineinarbeiten und wir hadern mit uns und dem Leben. Und vielleicht mit unserem Peinigern. Wir halten fest an den Symptomen damit wir erinnert werden, damit wir nicht vergessen was man uns angetan hat, wofür wir uns rächen müssen oder einfach, damit wir nicht vergessen, dass uns so etwas nicht wieder passieren darf. Merkst du es, es dreht sich alles um die „Krankheit“. Sie ist nicht mehr nur ein Hinweis, sie hat sich verselbständigt und ist ein ganz eigenes Problem geworden. Probiere es aus, du kannst jede Krankheit einsetzen, sie ist immer nur ein Platzhalter.

 

Ich möchte nun davon sprechen es ab diesem Moment anders zu machen. Was nicht bedeuten soll, dass du dein „Symptom“ gar nicht mehr beachtest. Du kannst es von einer anderen Perspektive betrachten. Du kannst dir Danke sagen, dafür, dass du seit damals versucht hast dir ein Zeichen zu geben. Auch dafür, dass du bis heute nicht aufgegeben hast dich auf etwas hinzuweisen. Nämlich darauf wer du wirklich bist, warum du wirklich hier her gekommen bist. Nicht um zu leiden auch nicht um irgendeine Krankheit zu frönen oder womöglich ein Opfer zu erbringen. Du hast die freie Wahl gesund an Körper und Geist zu sein. Aber was ist mit den Kindern die schon krank und behindert auf diese Erde kommen? Warum werden sie so bestraft oder warum werden die Eltern dieser Kinder so bestraft? Werden sie? Ist es eine Strafe und wenn ja, wer bestraft da wen? Generell haben wir immer die freie Wahl, unsere Seelen wissen ziemlich gut was wir erfahren wollen in der jeweiligen Inkarnation. Ich lasse das so stehen und begebe mich wieder zu dem Punkt, an dem wir uns in die Krankheit verlaufen haben. Vielleicht merke ich hier noch an, dass wir uns auch durch äußere Anlässe,  auf unseren Weg aufmerksam machen wollen.

 

Wenn du nun also so weit gekommen bist, dass du es zulassen kannst, dass du dich geirrt hast oder dich eben einfach verlaufen hast, dann ist es an der Zeit der Sache auf den Grund zu gehen. …

Seelenbriefe von Frau Rosenkranz

Jetzt wird es Zeit meinem kleinen Mädchen zuzuhören. Sie darf sich mir mitteilen, darf sich aussprechen und erzählen was sie zu sagen hat.

 

Wenn du dich in die Stille des schreienden Schmerzes zurückziehen kannst. Es dort aushältst um erkennen zu können, worum es gehen soll in diesem Leben. Wenn dein Verstand begreifen kann, was ihm irrwitzig und unlogisch erscheint. Dann versuchst du nicht mehr deine Pein abzutrennen, sie zu isolieren und sie zu einem eigenständigen Objekt zu machen.

 

Noch siehst du den Schmerz und den Kampf und für nichts anderes ist mehr Platz. Du fühlst nicht mehr dich, siehst nicht mehr dein Leben, deine Kraft und deine Schönheit. Du hast ihm Platz gemacht in all deinen Rängen und nun wohnt er dort und beschmiert deine Wände und sch….t auf deinen Boden.

 

Doch gehst du jetzt endlich noch eine Stufe tiefen, noch einen Schritt in die Richtung deines Abgrundes. Traust du dich noch einem Zug weiter zu atmen und dich erneut in den Schlund zu stürzen? Kannst du diesen Mut aufbringen, endlich durch den unpassierbar geltenden Vorhang zu gehen um es dort dann still werden zu lassen? Dann triffst du dort auf die Ruhe, die Ohnmacht. Endlich kannst du in Kontakt zu dir treten, jetzt geht es um dich.

 

Vielleicht ist der Wahnsinn ein Pol unseres Geistes. Vielleicht…, jedoch die Kunst ist es, auf beiden Ebenen zu tanzen. Überall zuhause sein zu können. Weil du ganz bei dir bist, niemanden nachahmst um in dein Reich eintreten zu können. Sondern eigene Schritte auf eigenen Wegen über eigene Schmerzen in dein ganz eigenes Licht gehen wirst.

 

Dann kannst du mit ihr spielen, kannst ihr zusehen beim Wachsen und stimmig mit dir selbst sein. Somit hat sie dir verraten, warum sie dir dieses Geschenk des Schmerzes gemacht hat. Weil du nur so deinen Weg sehen und erkennen konntest. Niemand sagt halte aus, niemand sagt gehe unter, ich sage nur, sehe dahinter und dann noch ein kleines Stückchen weiter…

 

 

Heilung hilft…

 

ein Land wo Milch und Honig fließt… nicht so ganz, denn hier fließt nichts. Es steht dort in Töpfen und Schalen und man klebt mit den Händen und Füßen darin fest. Im Vorübergehen sieht es so nett aus, das Bild von Harmonie und Liebe. Jedoch kann man weder riechen noch schmecken was hier vor sich geht. Das „Ich“, sitzt auf dem kleinen Schemel hinten links im Bild und grinst, weil es damit glücklich scheinen will. Glückliche Kühe, glückliche Bienen und ein glückliches Ich. Hier in diesem Bild hat alles einen Rahmen, hier hat es seinen Platz im Leben gefunden.

 

Wer kennt sie nicht, die Stimme aus dem Hintergrund, die behauptet, man könne Jederzeit aufstehen und gehen, könne das klebrige Zeug von Händen und Füßen spülen und einfach losgehen.

 

„man muss es nur wollen“

 

Ich will ja, aber ich habe keine Ahnung wohin ich dann gehen soll. Hier in diesem Bild habe ich einen Rahmen, hier habe ich einen Platz für mein Leben gefunden. Gefällt dir dieser Platzt? Nein, natürlich gefällt es mir hier (in dieser Situation oder an diesem Ort) nicht. Und? Und was? Und, warum stehst du nicht auf? Weil ich nicht weiß wohin ich gehen soll. Ich habe nicht genug von diesem oder jenem, dann bin ich nicht groß oder stark genug, und außerdem habe ich gerade überhaupt keine Zeit. Das sind keine Ausreden, ich weiß, dass ich handeln werde, sobald ich soweit bin. … Wie wertvoll ist dir dein Leben? Also, ich spreche von deiner Person und natürlich auch von der Zeitspanne in der du dich aufhältst. Was ist es dir Wert, dieses wundervolle Geschenk, das Leben?  Wie würdest du handeln wenn irgendwer oder -was dich zwingen würde? Vielleicht eine Krankheit oder ein Verlust. Wenn es dich zum Gehen bewegen wollte? „--?“ Ja, genau und was wäre dann anders, hättest du dann mehr Zeit oder ein besseres Einkommen? Nein hätte ich nicht, aber ich würde dann nicht diese Sicherheit aufgeben, die ich jetzt habe. OK, es geht also um die Sicherheit die du hier vermutest und die du nicht aufgeben willst. Die du nicht gegen Liebe und Freiheit eintauschen willst.

 

 

Wenn du dich selbst so sehen kannst wie du dich geschaffen hast, so wertvoll und so perfekt, dann wirst du über deine Bedenken lachen können. Dann wirst du den Schemel an die Seite stellen können und aus dem Bild spazieren. Du wirst dich neben den Menschen, vor diesem Bild, stellen und dich beim Gehen bei ihm einhaken. Ihr werdet euch fragen warum dieses Bild von dir existiert hat.  Und ihr werdet sagen, weil ihr ausprobieren wolltet wie es ist, in einem klebrigen Bild zu leben. Mehr ist es nicht, mach es nicht so groß und gefährlich. Du lebst hier ganz gut, du lebst hier weil du auf deinem Weg bist. Du konntest dich doch bis jetzt immer auf dich verlassen. Du kannst hier jederzeit rausgehen wenn die Zeit gekommen ist. Nun bleib ruhig noch ein wenig sitzen und schau dir alles an.

Neustart: der Gedanke lässt mich erst einmal ein wenig zusammenfahren. Auch weil es „Loslassen“ beinhaltet, Altes wird zurückbleiben oder verwandelt werden. Heilung bekommt eine enorme Lebenschance.

Zu allererst werde ich die Verantwortung für meine Umwandlung übernehmen können. Was denn für eine Umwandlung? Sofort beginnt mein Hirn mit dem Taub- und Blindsein. Ich rede einfach weiter, sage mir, dass nun Taten den Ideen folgen sollten. Jetzt wo ich mich darauf anspreche, kann ich mich nicht einmal mehr an die Ideen erinnern. Welche Wünsche entspringen meinem Innern und wo folge ich fremden Stimmen?

Das ist Schwerstarbeit. Ich möchte mich in mein Schneckenhaus zurückziehen, denn ich fürchte die Veränderung und auch die Verantwortung für mein Leben. Mein kleines Mädchen (innere Kind) fürchtet sich davor. Mit großen Augen schaut sie ins Leere und wartet darauf, dass es dunkel um sie wird.

Diesmal ist es anders, ich bin vorbereitet. Eine junge Frau betritt den Raum, geht direkt auf die Kleine zu und flüstert ihr etwas ins Ohr. Mein Mädchen steht nun auf und setzt sich in einen Sessel, zieht die Beine an und nimmt die Decke, die ihr von der Frau gereicht wurde.

Ich beobachte das Ganze mit einer gewissen Anspannung. Die sich im Äußeren durch meine hochgezogenen Schultern bemerkbar macht. Ich ahne, dass diese Frau meine innere Mutter ist, sie ist vor Ort um für mich zu sorgen, um an meiner Seite zu bleiben.

Ich gebe heute einen großen Teil meines alten „Seins“ auf.  Und damit auch einen Teil meines alten Selbst. Das ist nicht mein Leben, nur das -wer und was ich gerade bin-. Was ich von mir, an mich preisgebe, lasse ich langsam zu tage kommen. Seiten und Eigenschaften, die sehr tief in mir geschlummert haben müssen. Die vielleicht unter dem Dielenboden versteckt, darauf gewartet haben dürften, hinaus gelassen zu werden.

Ich bin immer noch ich, habe meine Substanz mein Mensch sein nicht verändert. Ich bin bereit „Verrückt“ zu sein. Strecke meine Fühler nach Menschen aus, die ebenfalls verrückt sind. Umso näher ich mir selbst bin, umso mehr ich mich mit meinem Geist und der Seele verbinde, desto größer werde ich. Ich bin nicht mehr außer mir, nicht mehr so oft. Ich traue mir und folge meinen Träumen. Ich folge ihnen um sie in die Realität zu holen, um sie wahr werden zu lassen. Um sie zu verwandeln.

Aus Träumen werden Gedanken denen ich nachhängen kann. In denen ich bade oder die ich wieder verwerfe. Diese Gedanken verwandeln sich sobald ich in die Tat gehe. Erst einmal lasse ich sie zu Worten werden, ich prüfe ihre und meine Standhaftigkeit. Sie werden gekaut und gespuckt, sie werden geschluckt und verdaut oder auch nicht. Sie werden im Außen zerrissen und von anderen verlacht. Bin ich ihre „Mutter des Gedanken“, dann schleppe ich sie nicht nur mit durchs Leben. Ich stehe auf, hebe sie in die Luft, lasse sie atmen und schreien, lachen und tanzen…

 

Herzlich willkommen in deinem Leben.

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Martina Rosenkranz (ehem. Schmidt)

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